Santa Cruz de la Sierra und Samaipata, Bolivien

Km 10 170

Unser kleiner Ausflug fängt gut an: Bei der Landung sehen wir viele Palmen und unsere erste Aktion, als wir aus dem Flugzeug steigen, ist, unsere Jacken auszuziehen. Wir nehmen den Bus in die Stadt und lassen uns in einem kleinen Hotel unweit des Zentrums nieder. Um die letzten Sonnenstrahlen des Tages zu genießen, spazieren wir zum Hauptplatz. Wir sind im T-Shirt und spüren eine kleine erfrischende und angenehme Brise. Wir sind von Palmen umgeben und nehmen einen kleinen Aperitif. So stellt sich gleich ein echtes Urlaubsgefühl ein!

Am nächsten Morgen beginnen wir den Tag mit einem Frühstück in einer Bäckerei, die auf Produkte aus Vollkornmehl spezialisiert ist. Alles ist ausgezeichnet, Empanadas, Croissants und Zimtschnecken. Wir sind bereit für die Abfahrt nach Samaipata. Zum Glück haben wir gut gegessen, denn wir müssen lange nach einem Bus suchen, und als wir endlich ein Busunternehmen finden, müssen wir warten, dass genug Leute zusammenkommen, damit der Bus abfahren kann. Während der 2 Stunden, die wir warten müssen, waren wir mehr als einmal bereit, aufzugeben. Um die Mittagszeit brachen wir schließlich zu der fast 3-stündigen Fahrt auf. Um die Besichtigungen zu machen, die wir am Nachmittag geplant hatten, wird es zeitlich eng. Wir steigen trotzdem in Cuevas kurz vor Samaipata aus. Der Ort ist super schön. Es handelt sich um einen kleinen Park mit 3 Wasserfällen in einer exotischen Umgebung. Wir lassen uns am Rande des ersten Wasserfalls zum Picknick nieder, dann versuchen wir ein kleines Bad. Das Wasser ist so kalt, dass wir letztendich nur die Füße eintauchen. Trotzdem ist es schön, im Sand bis ganz nah an den Wasserfall zu gehen. Nachdem wir uns in der Sonne getrocknet haben, machen wir den kleinen Spaziergang bis zum Aussichtspunkt und zu den 2 anderen Wasserfällen. Wir könnten nicht sagen, welcher der Schönste war, sie haben uns alle gefallen. Wir trampen die letzten 20km nach Samaipata und checken in einem Hotel des Ortes ein. Zum Essen bestellen wir ein vegetarisches Menü, bestehend aus einer Spinatsuppe und einem Auberginenschnitzel. Endlich mal ein bisschen Abwechslung im Menüplan!

Am nächsten Tag wartet ein volles Programm auf uns, und um nicht auf andere Menschen als Transportmittel angewiesen zu sein, leihen wir uns Fahrräder aus. Das erste Ziel ist die Burg von Samaipata. Es handelt sich um Ruinen rund um einen großen roten Felsen, der von den Inkas als heilig angesehen wurde. Der Felsen wurde schon vor der Ankunft der Inkas von den einheimischen Völkern verehrt. Die Inkas machten daraus eine militärische Festung und der Felsen wurde mit Formen von heiligen Tieren, Rillen für Wasserläufe bei religiösen Riten und Totennischen verziert. Viele Details sind erhalten geblieben, und da wir fast alleine auf dem Gelände waren, haben wir diesen Besuch sehr genossen. Mittags fahren wir zurück nach Samaipata zum Essen, dann beginnen wir mit dem Anstieg auf den gegenüber liegenden Berg. Die Kiesstraße ist schwierig und sehr steil, selbst mit unseren leichten Mountainbikes haben wir es schwer. Als wir fast am Gipfel angelangt sind, lassen wir unsere Fahrräder am Straßenrand stehen und begeben uns zu Fuß auf einen kleinen Wanderweg. Willkommen im Wald der Riesenfarne, einem Teil des Nationalparks Amboró! Am Anfang sind keine Farne in Sicht, aber der Weg durch diesen Urwald ist trotzdem schön. Wir kommen an einem Aussichtspunkt auf die darunter liegenden Täler vorbei und gehen dann weiter zum Gipfel. Leider ist es neblig und wir sehen nicht das ganze Ausmaß des Nationalparks. Wir bleiben nicht lange und nehmen den Weg an der Seite des Berges zurück zum Ausgangspunkt. Zwischen all den Pfanzen sehen wir fast den Weg nicht und wir müssen ihn durch die üppige Vegetation trampeln. Wir kommen am Rande eines Baches an und haben endlich den Wald der Riesenfarne gefunden. Der Weg folgt dem Bach und wir wandern zwischen den ca. 10m hohen Farnen. Die Farne haben das Ausmaß echter Bäume, die ein bisschen wie Palmen aussehen. So stellen wir uns den Dschungel vor, das ist die Art von Erfahrung, die wir hier gesucht haben. Es ist schon spät und es beginnt im Wald dunkel zu werden, also laufen wir ein wenig, um die Abfahrt mit dem Rad nicht im Dunkeln bewältigen zu müssen. Schließlich schaffen wir die Abfahrt gerade bei Sonnenuntergang und die rote Erde leuchtet richtiggehend in der untergehenden Sonne. In Samaipata angekommen, geben wir die Räder zurück und holen unsere Sachen im Hotel ab. Das letzte Ziel des Tages ist eine Mitfahrgelegenheit nach Santa Cruz de la Sierra zu finden. Wir lassen uns mit einem Bier und Empanadas am Rande der Nationalstraße nieder, aber wir haben nicht einmal die Zeit, auszutrinken, da hält ein Minibus und der Fahrer schreit: Santa Cruz! Wir ergreifen die Gelegenheit, aber leider ist der hintere Teil des Minibusses voll mit Gemüse, das auf dem Markt verkauft werden soll. Es gibt nur einen einzigen Platz neben dem Fahrer. Wir diskutieren ein wenig, und schließlich dürfen wir uns beide gemeinsam auf den Vordersitz quetschen. In Bolivien ist alles möglich, es scheint, als gäbe es keine Straßenverkehrsordnung, oder sie wird zumindest nicht angewendet. Nach 2h30 Fahrt, wir wissen schon nicht mehr, wie wir zu zweit auf dem engen Platz sitzen sollen, kommen wir im Vorort von Santa Cruz an. Unser Fahrer fährt leider nicht ins Zentrum, aber er bringt uns zu einem Hotel und er verhandelt sogar den Preis für uns, damit wir nicht übers Ohr gehauen werden. Das Zimmer ist in Ordnung und im kleinen Restaurant im Erdgeschoss gibt es Fleischspieße mit einem Beilagenbuffet. Wir probieren zum ersten Mal den fritierten Maniok, sehr lecker und empfehlenswert.

Es ist bereits unser letzter Tag in Santa Cruz und wir wissen nicht so recht, was wir mit diesem Tag anfangen sollen. Es gibt viele Ausflugsmöglichkeiten, aber schließlich folgen wir der Vernunft und machen einen Antigentest in einer Klinik, damit wir am Abend in La Paz keinen Stress mehr haben. Danach machen wir einen kleinen Spaziergang im Zentrum, bevor wir uns in einem Restaurant zum Essen niederlassen. Sie zeigen die Fußballspiele der EM, also bleiben wir, um zuzuschauen, und Matthieu nutzt die Gelegenheit zum Arbeiten. Da er noch viele Dinge zu erledigen hat, beschließen wir, schon früher zum Flughafen zu fahren, damit er in Ruhe fertig arbeiten kann. Wir wären gerne noch ein bisschen länger in der Gegend geblieben, aber morgen geht es nach Peru und wir müssen noch unsere Räder verpacken, also nichts wie los an die Arbeit!

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Santa Cruz de la Sierra und Samaipata

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